Ist der Anbau von Ananas im Gewächshaus möglich?
Die Ananas, botanisch Ananas comosus, gehört zu den Bromeliengewächsen. Sie wächst nicht als Baum, sondern bildet eine dichte Blattrosette mit langen, festen und je nach Sorte stacheligen Blättern. Aus der Mitte der Rosette entwickelt sich bei einer ausreichend kräftigen Pflanze später der Blütenstand, aus dem die Frucht hervorgeht.
Als tropische Pflanze verträgt die Ananas keinen Frost und reagiert empfindlich auf anhaltende Kälte. Im Sommer kann ihr ein Gewächshaus sehr gute Bedingungen bieten. Für die Überwinterung muss der Standort jedoch frostfrei und möglichst hell sein. Am zuverlässigsten gelingt die Kultur in einem beheizbaren Gewächshaus oder an einem warmen, hellen Winterstandort.
Vom bewurzelten Blattschopf bis zur ersten Frucht sollten Sie eher mit zwei bis vier Jahren rechnen. Bei sehr guten Bedingungen kann es schneller gehen, bei kühler oder lichtarmer Kultur dauert es entsprechend länger. Nach der Blüte vergehen noch mehrere Monate, bis die Frucht reif ist. Die selbst gezogene Ananas bleibt oft kleiner als eine Handelsananas, ist aber ein besonderer Erfolg im eigenen Gewächshaus.

Ananaspflanze gewinnen und vermehren
Für den Start eignen sich eine gekaufte Jungpflanze, ein Kindel einer bestehenden Pflanze oder der Blattschopf einer frischen Frucht. Eine kräftige Jungpflanze spart Zeit, während die Anzucht aus der Krone ein reizvolles DIY-Projekt ist.

Ananas aus dem Blattschopf ziehen
Wählen Sie eine frische, reife Ananas mit gesundem, kräftig grünem Blattschopf. Die Blätter sollten fest sitzen und keine weichen, fauligen oder großflächig braunen Stellen aufweisen.
Drehen Sie die Krone vorsichtig heraus oder schneiden Sie sie mit einem sauberen Messer ab. Entfernen Sie sämtliches Fruchtfleisch am unteren Ende, da es im Substrat faulen kann. Zupfen Sie anschließend einige der unteren Blätter ab, sodass ein kurzer, fester Stammabschnitt sichtbar wird.
Lassen Sie die Schnittstelle zwei bis drei Tage an einem warmen, luftigen Ort abtrocknen. Danach können Sie die Krone direkt in ein lockeres Substrat setzen. Das Bewurzeln in Wasser ist ebenfalls möglich, beim späteren Einpflanzen können die jungen Wurzeln jedoch empfindlich reagieren.
Für die Anzucht eignet sich eine lockere Mischung, zum Beispiel:
- zwei Teile torffreie Pflanzerde oder Kokosfaser
- ein Teil Perlite, Sand oder feiner Kies
- ein Teil Pinienrinde oder ein anderes grobes Strukturmaterial
Verwenden Sie einen kleinen Topf mit Abzugslöchern. Setzen Sie den Stamm nur so tief ein, dass die Krone stabil steht. Das Substrat sollte leicht feucht bleiben, aber nie nass sein.
Jungpflanzen und Kindel als Alternative
Eine Jungpflanze aus dem Fachhandel ist eine gute Wahl, wenn Sie schneller zu einer kräftigen Ananas gelangen möchten. Achten Sie auf feste, grüne Blätter, einen gesunden Wurzelballen und darauf, dass die Pflanze keine sichtbaren Schädlinge zeigt.
Nach der Fruchtbildung treibt die Mutterpflanze am Stammfuß häufig Kindel aus. Diese Seitentriebe können Sie abnehmen, sobald sie ausreichend groß sind und einen eigenen Wurzelansatz entwickelt haben. Sie lassen sich anschließend als neue Pflanzen weiterkultivieren.

Standort und Klima für die Ananas im Gewächshaus
Die Ananas gedeiht im Gewächshaus nur zuverlässig, wenn Temperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit und Wasserversorgung zusammenpassen. Extreme Schwankungen, kalte Zugluft und Staunässe bremsen das Wachstum deutlich.

Wärme und frostfreie Überwinterung
Während der Wachstumszeit sind Temperaturen zwischen 22 und 30 °C ideal. Nachts sollte es möglichst nicht dauerhaft kühler als 16 °C werden. Unter etwa 12 °C wächst die Pflanze kaum noch. Frost verursacht schwere Schäden.
In einem unbeheizten Gewächshaus kann die Ananas vom späten Frühjahr bis zum frühen Herbst stehen. Im Herbst sollten Sie die Nachttemperaturen genau beobachten und die Pflanze rechtzeitig in einen beheizten Bereich bringen. Für eine ganzjährige Kultur sollte das Gewächshaus frostfrei bleiben und im Winter möglichst Temperaturen über 15 °C halten.
Stellen Sie den Topf nicht direkt auf kalten Beton oder unmittelbar an eine kalte Glasscheibe. Ein Pflanzenroller, ein Tisch oder eine isolierende Unterlage schützt den Wurzelbereich vor Auskühlung.
Licht, Lüftung und Schattierung
Die Ananas braucht einen sehr hellen Standort. Im Gewächshaus steht sie am besten dort, wo sie über viele Stunden Tageslicht erhält. Im Winter kann eine Pflanzenleuchte sinnvoll sein, wenn das natürliche Licht nicht ausreicht.
Während der Mittagsstunden kann im Gewächshaus wegen der hohen Temperaturen eine leichte Schattierung sinnvoll sein. Achten Sie trotzdem darauf, dass die Ananas ausreichend Licht bekommt. Zu wenig Licht kann das Wachstum und die Fruchtbildung deutlich verzögern.
Eine gute Lüftung ist ebenfalls wichtig. Öffnen Sie Dachfenster und Türen rechtzeitig, damit sich keine übermäßige Hitze staut. Zugluft und abrupte Temperaturschwankungen sollten jedoch vermieden werden.


Luftfeuchtigkeit und Substrat
Die Ananas verträgt eine mäßig erhöhte Luftfeuchtigkeit, benötigt aber frische Luft und ein gut abtrocknendes Substrat. Dauerhaft feuchte, schlecht belüftete Bedingungen fördern Fäulnis und Pilzprobleme. Lüften Sie daher auch im Winter an milden Tagen kurz und gezielt.
Das Substrat muss locker, strukturstabil und wasserdurchlässig sein. Handelsübliche Blumenerde allein ist oft zu dicht. Ein Topf mit mehreren Abzugslöchern und eine Drainageschicht aus Blähton oder grobem Mineralmaterial helfen, Staunässe im Wurzelbereich zu vermeiden.
Ananas im Gewächshaus richtig pflegen
Die Pflege richtet sich nach der Jahreszeit, der Temperatur und dem Wachstum. Im Sommer benötigt die Pflanze mehr Wasser und Nährstoffe, im Winter deutlich weniger.
Bedarfsgerecht gießen
Gießen Sie erst, wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist. Verwenden Sie möglichst zimmerwarmes, kalkarmes Wasser und geben Sie es langsam in den Wurzelbereich. Überschüssiges Wasser im Untersetzer sollten Sie schnell entfernen.
Der Wasserbedarf verändert sich mit der Temperatur und Jahreszeit: Im Sommer kann regelmäßiges Gießen erforderlich sein, im Winter benötigt die Ananas deutlich weniger Wasser. Dauerhaft nasse Erde ist eine der häufigsten Ursachen für Wurzelfäule.
Gießen Sie vorzugsweise in den Wurzelbereich. Wasser sollte nicht dauerhaft in der Blattrosette stehen, besonders nicht bei kühlen Temperaturen, da dies Fäulnis fördern kann.


Düngen und umtopfen
Düngen Sie von Frühjahr bis Spätsommer etwa alle zwei bis vier Wochen mit einem schwach dosierten Flüssigdünger für Grün- oder Kübelpflanzen. Eine Überdüngung beschleunigt die Fruchtbildung nicht und kann die Wurzeln schädigen.
Im Herbst reduzieren Sie die Nährstoffgabe. Bei niedrigen Temperaturen und deutlicher Wachstumspause wird im Winter nicht gedüngt. Blattdünger ist möglich, sollte aber nur in niedriger Konzentration und nie bei direkter Sonne angewendet werden.
Topfen Sie die Pflanze im Frühjahr um, wenn der Topf vollständig durchwurzelt ist oder das Substrat verdichtet wirkt. Der neue Topf sollte nur etwas größer sein als der bisherige, damit das Substrat nach dem Gießen gut abtrocknen kann.
Blüte, Fruchtbildung und Ernte
Eine Ananaspflanze blüht auch im Gewächshaus erst, wenn sie ausreichend groß, gesund und gut versorgt ist. Geduld ist wichtiger als häufige Standortwechsel oder starke Düngergaben.
Blütenbildung abwarten oder vorsichtig fördern
Aus der Mitte einer kräftigen Blattrosette wächst zunächst ein kompakter Blütenstand. Unter guten Bedingungen kann dies nach einigen Jahren geschehen. Pflanzen aus einem Blattschopf brauchen häufig länger als kräftige Jungpflanzen oder Kindel.
Manche Hobbygärtner versuchen, die Blüte mit Ethylen anzuregen. Dafür wird ein reifer Apfel für kurze Zeit zusammen mit der Pflanze unter eine durchsichtige Abdeckung gelegt. Bei kräftigen, ausgewachsenen Pflanzen kann diese Methode einen Versuch wert sein. Eine sichere Blüte oder Fruchtbildung lässt sich damit jedoch nicht erzwingen.
Lüften Sie die Abdeckung täglich, damit sich weder Hitze noch Schimmel bilden. Zeigt die Pflanze Anzeichen für Stress oder Fäulnis oder riecht sie unangenehm, sollte der Versuch sofort beendet werden.


Reife Ananas erkennen und ernten
Nach der Blüte entwickelt sich die Frucht über mehrere Monate. Während dieser Zeit braucht die Ananas viel Licht, gleichmäßige Wärme und eine zurückhaltende, aber zuverlässige Wasserversorgung.
Reif ist die Ananas, wenn sich die Schale zunehmend gelb färbt und die Frucht am Ansatz süßlich duftet. Schneiden Sie sie anschließend mit einem sauberen Messer ab.
Nach der Ernte stirbt die Mutterrosette meist langsam ab. Kindel am Stammfuß können jedoch weiterwachsen und für neue Pflanzen verwendet werden.
Häufige Probleme beim Ananas-Anbau im Gewächshaus
Gelbe oder weiche Blätter deuten häufig auf zu viel Wasser, schlechte Drainage, Lichtmangel oder niedrige Temperaturen hin. Prüfen Sie zuerst das Substrat, die Wurzeln und den Standort, bevor Sie düngen.
Ein weicher Stamm, muffiger Geruch oder matschige Blattansätze sind Anzeichen für Fäulnis. Entfernen Sie betroffene Pflanzenteile mit einem sauberen Werkzeug, reduzieren Sie die Wassergaben und topfen Sie die Pflanze bei Bedarf in frisches, trockenes Substrat um.
Wollläuse, Schildläuse und Spinnmilben können sich besonders bei trockener Heizungsluft oder geschwächten Pflanzen ausbreiten. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten und Blattansätze regelmäßig. Einen leichten Befall können Sie oft von Hand entfernen. Bei stärkerem Befall helfen geeignete biologische Pflanzenschutzmittel.
Bleibt die Frucht aus, ist die Pflanze oft noch nicht kräftig genug oder bekommt zu wenig Licht und Wärme. Prüfen Sie Standort, Temperatur und Pflegebedingungen, bevor Sie düngen oder die Pflanze umstellen.
Welches Gewächshaus eignet sich für den Ananas-Anbau?
Für Ananas eignet sich ein helles, gut lüftbares und im Winter frostfrei haltbares Gewächshaus. Besonders wichtig sind eine zuverlässige Temperaturführung, ausreichend Licht, gute Belüftungsmöglichkeiten und Schutz vor Staunässe im Wurzelbereich.
Ein beheizbares Gewächshaus ist die sicherste Lösung, wenn die Ananas ganzjährig dort bleiben soll. Dachfenster und Türen erleichtern die Lüftung im Sommer, während sich durch eine Beschattung und gegebenenfalls eine Zusatzbeleuchtung Hitze- und Lichtverhältnisse besser steuern lassen.
Stabile Gewächshauskonstruktionen unterstützen eine gleichmäßige Kulturführung. Bei Selfkant Wolters stehen hochwertige Aluminiumkonstruktionen, Sicherheitsglas sowie Zubehör für die Lüftung, Beschattung und Heizung zur Verfügung. So lassen sich die Bedingungen besser an wärmeliebende Kulturen wie Ananas anpassen.
FAQ
Kann man Ananas in Deutschland im Gewächshaus ernten?
Ja, eine Ernte ist möglich, wenn die Pflanze ganzjährig ausreichend Wärme, Licht und Pflege erhält. Besonders zuverlässig gelingt die Kultur in einem beheizten, frostfreien Gewächshaus. Garantiert ist die Fruchtbildung im Hobbyanbau jedoch nicht.
Wie lange dauert es, bis eine Ananas im Gewächshaus Früchte trägt?
Vom bewurzelten Blattschopf bis zur ersten Frucht vergehen meist zwei bis vier Jahre. Bei sehr guten Bedingungen kann es schneller gehen, bei kühler oder lichtarmer Kultur dauert es länger. Nach der Blüte benötigt die Frucht weitere Monate bis zur Reife.
Welche Temperatur braucht eine Ananas im Gewächshaus?
Während der Wachstumszeit sind etwa 22 bis 30 °C ideal. Nachts sollte die Temperatur möglichst nicht dauerhaft unter 16 °C sinken. Im Winter braucht die Ananas mindestens einen frostfreien Standort, besser sind Temperaturen über 15 °C.
Wie ziehe ich eine Ananas aus dem Blattschopf?
Drehen oder schneiden Sie einen gesunden Blattschopf ab, entfernen Sie die Fruchtfleischreste und lassen Sie die Schnittstelle zwei bis drei Tage trocknen. Pflanzen Sie die Krone anschließend in lockeres, durchlässiges Substrat und halten Sie sie warm, hell und nur leicht feucht.
Muss das Gewächshaus für die Ananas beheizt werden?
Im Sommer ist keine Heizung nötig, wenn das Gewächshaus ausreichend warm bleibt. Für die Überwinterung in Deutschland benötigt die Ananas jedoch einen frostfreien, hellen Platz. Für eine ganzjährige Kultur im Gewächshaus ist eine thermostatisch geregelte Heizung empfehlenswert.
Warum bekommt meine Ananas gelbe oder weiche Blätter?
Häufige Ursachen sind zu viel Wasser, Staunässe, Lichtmangel oder zu niedrige Temperaturen. Prüfen Sie zuerst das Substrat, die Drainage und den Standort. Besonders im Winter sollte die Pflanze eher zurückhaltend gegossen werden.
Ananas im Gewächshaus erfolgreich kultivieren
Wer eine Ananas im Gewächshaus kultivieren möchte, braucht vor allem konstante Bedingungen und Geduld. Die Pflanze entwickelt sich langsam und reagiert empfindlich auf Pflegefehler wie Staunässe, Kälte oder zu wenig Licht.
Ein beheizbares, gut lüftbares Gewächshaus erleichtert die Kultur deutlich, weil Temperatur, Luftaustausch und Standortbedingungen besser gesteuert werden können. Bei Selfkant Wolters finden Sie passende Gewächshauslösungen und Zubehör für Lüftung, Beschattung und Heizung, um anspruchsvolle Kulturen wie Ananas gezielt zu unterstützen.
















