Bio-Gemüse anbauen im eigenen Gewächshaus

Leckeres Gemüse aus dem eigenen Garten

Das eigene Gemüse anbauen und sich selbst versorgen. Davon träumen viele Menschen. Kein Wunder, denn Gemüse aus dem eigenen Garten ist nicht nur umweltfreundlicher und gesünder, es schmeckt auch besser als das in Massen produzierte Gemüse aus dem Supermarkt. Bio-Gemüse und eine bewusste Ernährung stehen bei vielen Deutschen hoch im Kurs. Da verwundert es kaum, dass viele passionierte Gärtner zur Schaufel greifen und ihren eigenen Bio-Gemüse-Garten im Gewächshaus anlegen. Doch einfach Samen verstreuen und auf eine ertragreiche Ernte warten ist längst nicht alles, was es zu beachten gilt.

Fruits and vegetables - Bio

Vorbereitungen zum Gemüse anpflanzen im Gewächshaus

Welches Gewächshaus ist das Richtige für mein Gemüsebeet?

Magnifying glass selects or inspects eco-home in row of houses

Ein Gewächshaus im eigenen Garten hat viele Vorteile. Einer davon ist, dass man das ganze Jahr über frisches Gemüse ernten kann. Zudem wachsen viele Pflanzen im Gewächshaus schneller heran als auf dem freien Feld. Doch welches Gewächshaus ist das richtige für ein Gemüsebeet? Zum Gemüse anbauen können bereits kleine Gewächshäuser wie beispielsweise ein Foliengewächshaus dienlich sein. Will man sein eigenes Bio-Gemüse ganzjährig züchten, empfiehlt sich ein Gewächshaus aus Glas. Diese Modelle lassen am meisten Licht hindurch und bilden zusammen mit einer Gewächshausheizung und Pflanzenlampen die perfekte Umgebung für Bio-Gemüse und Kübelpflanzen.

Neben einer Heizung ist vor allem die richtige Beleuchtung für eine ganzjährige Bepflanzung Ihres Gewächshauses unabdingbar, da das Lichtangebot im Winter geringer ist als in den Sommermonaten. Besonders wichtig jedoch, unabhängig davon, ob man das Gewächshaus beheizt oder nicht, sind die Belüftungseinrichtungen. Um Pilze und andere Krankheiten als Folge von Feuchtigkeits- und Hitzestaus zu umgehen, sollten mindestens zwei Fensterkonstruktionen auf dem Dach angebracht sein. Diese können für eine einfache Gemüsezucht zusätzlich mit automatischen Fensterhebeln versehen werden. Lesen Sie mehr zu den wichtigsten Gewächshausformen und ihren Fenstersystemen. Darüber hinaus gelangen Sie mit unserem Gewächshausfinder auf einfache und schnelle Weise zu dem passenden Gewächshaus für Ihren Garten.

Boden überprüfen und vorbereiten, gegebenenfalls Erde besorgen

Der Boden im Gewächshaus sagt viel über den Erfolg oder Misserfolg einer Ernte voraus. Bevor man also ein Gemüsebeet anlegt, sollte man die Qualität des Bodens überprüfen. Ist die Erde steinig, sollte zunächst ein Großteil der Steine entfernt werden. Bei lehmigem oder sandigem Zustand, muss eine Düngung, am besten mit organischen Materialen wie Kompost oder Mist, vorgenommen werden.

Um die Fruchtbarkeit des Bodens auch langfristig zu gewährleisten, muss regelmäßig organisches Material in unkompostierter Form (z.B. Laub, Küchenabfälle, Rasenschnitt) auf der Erde verteilt werden. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird dieser Vorgang auch als Mulchen bezeichnet. So stellt man sicher, dass der Boden auf natürliche Weise locker und fruchtbar bleibt und das angebaute Gemüse mit allen Nährstoffen versorgt wird, die es benötigt.

testing the soil

Möchte man Gemüse in Töpfen züchten, dann sind zwei verschiedene Arten von Erde wichtig:

  • Aussaaterde
  • Gemüseerde

Aussaaterde ist wichtig für das Aufziehen von Keimlingen, die anschließend in Gemüseerde umgesetzt werden. Auch beim Gemüse anbauen in Töpfen ist eine regelmäßige Düngung mit natürlichem Kompost unvermeidbar.

Beete ausmessen und Saatgut oder Setzlinge für Bio-Gemüse besorgen

Gemüsegarten

Das verwendete Saatgut muss für den Anbau von Bio-Gemüse geeignet sein. Das heißt nur Saatguttüten mit dem Bio-Siegel einkaufen. Für den Fall, dass man noch Saatgut aus dem letzten Jahr Zuhause hat: Keimprobe durchführen. Dafür ein paar Samenkörner in eine flache Schale mit feuchtem Küchenpapier legen, die anschließend mit Frischhaltefolie abgedeckt wird.

Wenn die Samen nach wenigen Tagen keimen, sind diese noch zur Verwendung geeignet. Um die Menge zu bestimmen, die man an Saatgut benötigt, ist es sinnvoll, zunächst die Größe der Beete festzulegen. Diese sollten so groß sein, dass man die Pflanzen in der Mitte noch bequem vom Rand aus erreichen kann. Die Wege im Gewächshaus können mit Holzrosten oder Platten abgedeckt werden. Wer übrigens keine Lust hat, selbst zu säen oder den passenden Aussaattermin verpasst hat, kann sich auch Setzlinge oder Jungpflanzen besorgen. Auch diese müssen für echtes Bio-Gemüse aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

Planung und Aussaat von Bio-Gemüse

Das passende Gewächshaus ist gefunden, die Erde gut gedüngt und das gewünschte Bio-Saatgut bereits gekauft? Dann kann mit der Aussaat begonnen werden. Doch bevor Sie die Samenkörner auf dem Boden verteilen, planen Sie das Gemüsebeet auf Mischkultur und Fruchtfolge.

Mischkultur einhalten bedeutet, dass nur solches Gemüse ins selbe Beet gepflanzt wird, das auch gut miteinander auskommt. Ein viel zitiertes Beispiel sind Tomaten und Gurken. Während Tomaten feuchte Wurzeln und trockene Blätter bevorzugen, lieben es Gurken auch oberhalb der Erdoberfläche feucht und warm. Warum dann nicht gleich mehrere Gurkenpflanzen in dasselbe Beet setzen? Ganz einfach: Die Mischkultur hat den Vorteil, dass sich die unterschiedlichen Pflanzen keine Konkurrenz machen, da sie jeweils andere Nährstoffe zum Leben brauchen. So wird der Boden optimal ausgenutzt. Im rechten Feld sehen Sie gute Beetnachbarn.

Diese Pflanzen vertragen sich:

  • Buschbohne mit Bohnenkraut, Erdbeeren, Gurke, Kartoffeln, Spinat, Radieschen, Salat
  • Erbsen mit Dill, Fenchel, Kohlrabi, Möhren, Zucchini
  • Feldsalat mit Erdbeeren, Radieschen
  • Gurken mit Bohnen, Fenchel, Koriander, Kümmel, Zwiebeln
  • Kopfsalat mit Bohnen, Gurken, Möhren, Rettich
  • Radieschen mit Kapuzinerkresse, Kohl, Mangold, Tomate
  • Tomaten mit Möhren, Knoblauch, Kopfsalat, Mais, Petersilie, Rote Bete, Spinat

Bei manchen Pflanzen wie z.B. Möhren und Zwiebeln haben Sie sogar den praktischen Nebeneffekt, dass sich die Pflanzen gegenseitig vor Schädlingen schützen, da der Möhrenduft die Zwiebelfliege fernhält und der Zwiebelgeruch die Möhrenfliege verjagt. Eine Mischkulturtabelle kann bei der Auswahl der Pflanzen für ein Bio-Gemüsebeet behilflich sein.

Ebenfalls beachtenswert bei der Planung des Beetes ist die Fruchtfolge. Diese besagt, dass in einem Beet Vor- und Nachkulturen mit einer Hauptkultur zeitlich versetzt kombiniert werden sollten. Das bedeutet, dass dem Gemüse mit langer Wachstumszeit (Hauptkulturen) wie Möhren, Gurken oder Kartoffeln, Kulturen mit kurzer Wachstumszeit wie Feldsalat, Spinat, Buschbohnen oder Radieschen vorangehen beziehungsweise nachfolgen. Um den Boden des Gewächshauses optimal zu nutzen, sollte zudem der Fruchtwechsel aus Schwach-, Mittel- und Starkzehrern eingehalten werden. Das bedeutet im Grunde genommen, dass jede Stelle im Bio-Gemüsebeet Jahr für Jahr mit einer anderen Gemüsesorte bepflanzt wird, da sonst der Boden ausgelaugt wird und seine Nährstoffe verliert.

Beispiele für Fruchtfolgen sind:

Jahr 1 Starkzehrer: Kartoffeln, Kürbis und Zucchini

Jahr 2 Mittelzehrer: Rote Beete, Möhren, Radieschen, Paprika und Zwiebeln

Jahr 3 Schwachzehrer: Erbsen, Kräuter und Bohnen

Wurde die Fruchtfolge und Mischkultur bei der Planung berücksichtigt kann endlich mit dem Aussäen begonnen werden. Passionierte Gärtner überlassen auch in dieser Angelegenheit nichts dem Zufall und tragen sich die richtigen Aussaattermine in ihren Kalender ein.

Schnellwüchsiges und kälteunempfindliches Gemüse wie Feldsalat oder Rettich kann bereits im Januar ausgesät werden, während Blumenkohl, Kohlrabi oder Tomaten frühestens im März in die Erde kommen. Hier finden Sie die passende Aussaatzeit für verschiedene Gemüsesorten.

Achten Sie zu guter Letzt darauf, die Gemüsepflanzen nicht allzu dicht nebeneinander zu setzen und bei Bedarf noch einmal nachträglich zu pikieren. Dann noch Töpfe und Beete gut beschriften und man darf sich auf eine hoffentlich ertragreiche Ernte freuen. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag:  Gewächshaus bepflanzen.

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Richtig bewässert ist halb gepflegt

Neben einer gründlichen Planung hängt der Zustand eines Bio-Gemüsebeets von der Pflege ab. Ausreichend lüften und düngen mit Bio-Kompost ist dabei ganz entscheidend, ebenso wie die richte Bewässerung. Einfach Wasser auf die Pflanzen kippen und hoffen, dass Blätter sprießen, reicht nicht. Nicht jedes Gemüse braucht schließlich gleichviel Wasser. Dieser Umstand richtet sich stark danach, ob das jeweilige Exemplar ein Flach- oder Tiefwurzler ist. Erstere wie zum Beispiel Kopfsalat besitzen ein weniger tiefreichendes Wurzelsystem. Da dieses schneller austrocknet, ist ein häufiges Gießen gefordert. Tiefwurzler wie Kohl, Bohnen, Tomaten oder Spargel hingegen kommen länger ohne Wasser aus.

Zum Gießen von Bio-Gemüse ist Regenwasser gut geeignet. Ganz ohne Mineralien hat es keinen Einfluss auf den Nährstoffgehalt oder den ph-Wert des Bodens. Versetzt mit etwas flüssigem Bio-Dünger werden auch Tiefwurzler mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Für eine gute Pflege der Gemüsebeete sind überdies ein regelmäßiges Unkrautjäten sowie eine gründliche Kontrolle auf Krankheiten oder Schädlingsbefälle unerlässlich.

Regenwasser luft in Regentonne

Nützliche Hausmittel für 100% Bio

Wer wirklich 100%iges Bio-Gemüse selbst anbauen will, sollte generell auf chemische Produkte verzichten und sich für den Schädlingsbefall lieber nützliche Haushaltstipps einholen. Wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens, gibt es auch im Gartenbau praktische Mittel aus dem Haushalt, mit denen man seine Pflanzen auf ganz natürliche Art und Weise von lästigen Plagen wie Blattläusen, Spinnmilben oder Mehltau befreien kann.

Als Vorbeugung gegen Blattläuse hilft Lavendel. Einfach bei der Beetplanung in regelmäßigen Abstand zwischen die gefährdeten Pflanzen setzen. Sind die schädlichen Tierchen bereits aufgetreten, hilft eine kalte Dusche mit dem Wasserschlauch oder Brennnesselsud. Magermilch oder Brennnesseljauche sind wiederum die Lösung bei der Beseitigung von Mehltau. Milch im Verhältnis 1:9 verdünnt und auf die Blätter gesprüht, lässt den unerwünschten Schädling in kürzester Zeit verschwinden.

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Der richtige Erntezeitpunkt – für eine erfolgreiche Bio-Gemüseernte

Der richte Zeitpunkt für die Gemüseernte ist nicht immer leicht zu definieren. Gemüse sollte man keinesfalls zu früh ernten, da so ein wichtiger Teil der Vitamine und des Geschmacks verloren gehen können. Der richtige Reifegrad ist somit äußerst entscheidend. Doch woran erkennt man ein reifes Gemüse? Leider gibt es dafür kein Patentrezept, denn der passende Reifegrad ist von Gemüsesorte zu Gemüsesorte verschieden. Tomaten zum Beispiel sollen voll ausgefärbt, aber noch fest und prall geerntet werden. Auf diese Weise enthalten sie mehr Zucker, Vitamine und gesunde Pflanzenstoffe.

Frühgemüse wie Erbsen oder Salat-Gurken dürfen im Gegensatz dazu nicht zu spät gepflückt werden, da so an Aroma und Geschmack eingebüßt wird. Spätgemüse wie Möhren, Rettich, Rosenkohl oder Pastinaken hingegen muss lange reifen. Für die meisten Gemüsesorten gibt es als Orientierung Tipps und Tricks, woran man den richtigen Reifegrad erkennt. Zwiebeln beispielsweise sind erntereif, wenn sich das Laub verfärbt und abknickt. Blumenkohl kann geerntet werden, wenn die Röschen noch geschlossen sind und reifen Rhabarber erkennt man an seinen voll entfalteten Blättern.

Wer hätte das gedacht? Auch die Tageszeit und Sonneneinstrahlungen können bei der Gemüseernte entscheidend sein. Zum Beispiel soll man Möhren, Salat oder Bohnen erst am späten Nachmittag ernten, da deren Vitamingehalt gegen Tagesende am höchsten ist. Kräuter hingegen schneidet man lieber am Vormittag, weil sie in der Mittagshitze ein Teil ihres Aromas verlieren können. Spinat, Rote Bete und Rettich wollen gerne bei Sonnenstrahlen geerntet werden. Der Anteil an schädlichem Nitrat ist dann besonders gering.

Eine Frau hält frisch geerntete Karotten und rote Rüben in ihrer Hand