Die optimale Erntezeit: ein Kurzüberblick
Die optimalen Zeiten für Aussaat, Pflanzung und Ernte können Sie unserem ausführlichen Pflanzplan entnehmen. Für Gewächshausbesitzer verschiebt sich der Kalender etwa ein bis zwei Monate nach vorn, da in frostfreien Gewächshäusern die Aussaat und Aufzucht von Jungpflanzen früher im Jahr beginnen kann. Dementsprechend ist auch die Erntezeit etwas früher anzusetzen als beim Freilandanbau. Bereits im Januar ist eine Vorkultur in einem gut isolierten Gewächshaus möglich, in beheizten Gewächshäusern können Sie dann sogar schon Salate oder Kräuter aussäen.
Im März, wenn die ersten Salate schon durch sind, ist der richtige Zeitpunkt im Gewächshaus gekommen, um Spinat, Karotten oder Erbsen anzusäen. Gleichzeitig können dann schon mediterrane Sorten wie Tomaten, Zucchini oder Melone in Anzuchttöpfen vorgezogen werden. Nach der Ernte des Sommergemüses und -obstes im Laufe der Sommermonate ist im Gewächshaus nun Platz für Wintergemüse und für Pflanzen, die frostfrei überwintern sollen.
Wie wird nun eigentlich richtig geerntet …?
Kommen wir nun zur brennenden Frage dieses Ratgebers: Wie wird richtig geerntet? Allen voran ist selbstverständlich der richtige Zeitpunkt abzuwarten, damit Erdbeeren süß schmecken, Tomaten knackig-saftig und Kohlsorten noch nicht holzig sind. Dem Pflanzplan entnehmen Sie die Monate für die optimale Ernte der verschiedenen Sorten. Je nach Region und Wetterbedingungen kann sich der Zeitpunkt natürlich etwas nach vorn oder nach hinten verschieben. Hier sind einfach etwas Geduld, Beobachtung und Erfahrung gefragt, gerade auch bei Gemüse, das unter der Erde wächst.
Gemüse
Für einen Überblick haben wir die gängigsten Gemüsesorten zusammengetragen und geben Ihnen entsprechende Erntetipps dazu.

Bohnen
Bohnen werden tendenziell eher jung geerntet, dann sind sie fleischig und weitgehend frei von holzigen Fäden an der Schote. Wird häufig und regelmäßig geerntet, wachsen Bohnen nach und Sie haben quasi den ganzen Sommer über frische Bohnen zum Verkochen, als Salat oder zum Einfrieren für den Winter.

Möhren
Bei Möhren kommt es auf die Sorte an, wie richtig geerntet wird. Sommermöhren sind eher kurz und rundlich, diese können einfach aus dem Erdreich gezogen werden sobald der Möhrenansatz, der aus der Erde guckt, etwa zwei bis vier Zentimeter breit ist. Lange Möhrensorten werden mit einer Grabegabel aus dem Boden gestochen. Achten Sie auf genügend Platz zwischen Möhre und Grabegabel, damit die Möhre nicht verletzt wird. Das Laub wird mit einer schnellen Drehbewegung vom Fruchtkörper entfernt.

Tomaten
Reife Tomaten kommen quasi von Natur aus mit einer Sollbruchstelle. Kurz oberhalb des Fruchtkörpers ist am Stiel ein kleiner Knoten, an dem sich die Tomate einfach abknicken lässt – insofern sie denn reif ist. Nach der Ernte lagern Sie Tomaten am besten an einem kühlen Ort. Der Kühlschrank ist allerdings zu kalt und die Tomate verliert schnell ihr Aroma.

Paprika
Reife Paprika können mit einer Drehbewegung vom Strauch gelöst werden. Falls das nicht funktioniert, dann mit einer Schere abschneiden, damit keine Risse entstehen. Gelagert werden Paprika ebenfalls wie Tomaten kühl, aber nicht im Kühlschrank

Zucchini
Zucchinis werden am besten dann geerntet, wenn sie etwa 15 cm lang sind. Dann ist die Frucht noch fest und aromatisch. Wird sie länger an der Pflanze gelassen, verliert sie zunehmend an Geschmack und ist eher für Suppen geeignet. Kleiner Tipp: auch die Blüten der Zucchini schmecken hervorragend.
Früchte
Der Frühsommer bringt bereits die ersten selbstangebauten Früchte. Bis in den Herbst hinein werden verschiedene Sorten in unseren Breiten geerntet. Beeren versüßen uns den Sommer, während Kernobst bis in den Herbst hinein für Vitamine sorgt.

Kernobst
Äpfel sind das hiesige Kernobst schlechthin. Warten Sie mit der Ernte einen trockenen und frostfreien Tag ab und pflücken Sie die Früchte ohne großen Druck vom Baum. Druckstellen sind nämlich die Einfallstore für Schimmel. Pflücktaschen können umgehängt werden, damit Sie beide Hände frei haben, oder an eine Teleskopstange gehängt werden. So erreichen Sie auch Früchte weit oben und müssen sie nur noch in die Tasche streifen. Bei Birnen erfolgt die Ernte ähnlich.

Beeren
Beeren werden in der Regel am besten morgens geerntet, einfach aus dem Grund, dass dann noch nicht so viele Wespen unterwegs sind, die Sie ungern aus Versehen zwischen die Finger bekommen möchten. Reife Beeren sind weich und sollte daher am Stiel angefasst und gepflückt werden und nicht am Fruchtkörper selbst. Das würde zu einer matschigen Angelegenheit führen. Reife Pflaumen und Zwetschgen fallen von selbst vom Baum und können einfach aufgesammelt werden.
Kräuter
Kräuterliebhaber werden sich freuen, in den warmen Monaten oder dank eines beheizbaren Gewächshauses das ganze Jahr hindurch, täglich frische Aromabomben zu pflücken.

Basilikum
Basilikum wird am besten kurz vor der Blüte geerntet. Am besten Zupfen Sie stets nur die Spitze bis zur nächsten Blattachsel, aus der dann neue Triebe wachsen. Wichtig ist außerdem Bedacht. Zupfen Sie nur so viel, dass an der Pflanze noch viele Blätter verbleiben. Ansonsten kann sie sich nicht regenerieren und stirbt.

Dill
Bei Dill werden am besten lediglich die obersten 15 bis 20 cm abgeschnitten. So kann dieses leckere Kräutergewürz nachwachsen. Kleiner Tipp für eine längere Haltbarkeit von geerntetem Dill: Packen Sie den Dill in Folie, so bleibt er im Kühlschrank bis zu 3 Wochen frisch.

Majoran
Majoran wird mit Hilfe eines scharfen Messers geerntet. Nehmen Sie dabei nur etwa so viel ab, dass noch etwa die Hälfte der Blätter am Stängel verbleibt.

Petersilie
Bei Petersilie ist es wichtig, bei der Ernte nicht das Wuchszentrum bzw. die Herzblätter zu verletzen. Daraus wachsen nämlich immer neue Triebe. Am besten werden nur die äußeren Blätter mitsamt der Stiele mit Hilfe einer Kräuterschere abgeschnitten.

Schnittlauch
Beim Schnittlauch verzehren wir eigentlich nur die über die Erde ragenden Blätter der unterirdischen kleinen Zwiebel. Die Blätter werden weit oberhalb des Erdreichs abgeschnitten. Selbst die Blüten (ohne den harten Stiel) sind essbar und sehen noch dazu sehr hübsch im Salat aus.

Thymian und Rosmarin
Bei beiden Kräutern schneiden Sie am besten immer gleich einen ganzen Stängel ab.
Erntetipps für Gewächshäuser
Um üppig ernten zu können, achten Sie direkt bei der Aussaat darauf, welche Pflanzen sich als Nachbarn gut vertragen, denn schon allein der falsche Nachbar kann zu deutlichen Ernteeinbußen führen. Über das Tool Beetplaner innerhalb unseres Pflanzplanrategebers können Sie gängige Gemüsesorten in einem individuell anpassbaren, virtuellen Gewächshaus anpflanzen und erhalten dabei direkt Informationen, ob sich die angedachten Beetnachbarn vertragen.
Pflanzen werden in der Regel nach Starkzehrer (Gurke, Tomate), Mittelzehrer (Karotte, Paprika) und Schwachzehrer (Erbsen, Kräuter) unterteilt. Entsprechend sollte die Wahl der Erde und der Düngung ausfallen. Unser aller Lieblingspaar in der Küche, Tomate und Basilikum, vertragen sich zum Glück auch im Beet gut miteinander und können bereits dort den Appetit auf mediterrane Rezepte anregen.
Für den Anbau im Gewächshaus empfiehlt es sich, Obst- und Gemüsesorten zu wählen, die ähnliche Ansprüche an Standort und Temperatur haben. Auch die Fruchtfolge ist zu beachten. Zudem ist eine Mischkultur sinnvoll, möchten Sie nicht den ganzen Sommer über das immer gleiche Gemüse essen. Mit einer Mischkultur wird erreicht, dass Beetnachbarn keine Konkurrenten bezüglich Wasser- und Nährstoffbedarf sind. Als Beispiel sind Gurken und Tomaten zu nennen. Dieses ungleiche Paar (zumindest bezüglich des Nährstoffbedarfs) ergänzt sich perfekt und ist somit optimal, um miteinander im Beet kombiniert zu werden.
Solange nicht Schädlinge ihren Weg in Ihr Gewächshaus finden und Sie ein paar essenzielle Anbau- und Pflegeregeln befolgen, steht einer üppigen Ernte nichts mehr im Weg. Das Beste an Gewächshäusern, egal ob beheizt oder nicht: Die Erntezeit verlängert sich. Außerdem können Sie beispielsweise im Freiland geerntete, noch nicht vollständig gereifte Tomaten im Gewächshaus nachreifen lassen, bis sie schön rot sind. Das ist insofern sinnvoll, wenn es draußen schon zu kühl wird, damit Tomaten dort noch komplett ausreifen können, sie aber die grünen Früchte nicht verderben lassen möchten.

















