Vorbereitung zum Gewächshaus bepflanzen: 4 Punkte Checkliste
Das Gewächshaus steht und die ersten Samen sollen gesät werden. Damit sich die Pflanzenpracht auch entwickeln kann und es zu keinen Enttäuschungen kommt, ist es hilfreich, einen 4-Punkte-Check zu machen.
1. Gewächshaustypencheck
Nicht jedes Gewächshaus ist zum Heranziehen von Pflanzen geeignet. Ein kleines Fensterbank-Gewächshausset mit einzelnen Klimakammern beispielsweise eignet sich für die Aufzucht von Setzlingen und als Frostschutz an kalten Tagen. Gemüse und exotische Pflanzen hingegen können dort weniger gut gedeihen. Der richtige Standort für ein Fensterbank-Gewächshaus befindet sich in nord-südlicher Richtung. Ein Ganzjahresgewächshaus oder ein Warmhaus jedoch ist bestens für die Aufzucht von exotischen Pflanzen geeignet, da das gesamte Jahr über eine konstante Temperatur gehalten werden kann. Somit ist eine Aussaat bereits am Anfang des Jahres möglich. Der perfekte Standort für ein Ganzjahresgewächshaus befindet sich im ost-westlichen Teil Ihres Gartens. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Standorten und Gewächshausarten.


2. Platzcheck
Die Verlockung ist groß, doch der Pflanze tun Sie damit keinen Gefallen. Ein üppiges und zu enges Bepflanzen des Gewächshauses führt am Ende zu mickrigen Ernten und Krankheitsbefall. Pflanzen brauchen im Laufe ihres Wachstums immer mehr Platz. Deshalb sollten sie entsprechend weit auseinander gepflanzt werden. Zudem vertragen sich nicht alle Pflanzen. Wählen Sie also die Nachbarschaft Ihrer Setzlinge mit Bedacht. Sonst kann es zu Pilzbefall, Konkurrenz oder einer ungerechten Verteilung der Nährstoffe kommen.
3. Belüftungscheck
Ein Gewächshaus bietet zwar einen optimalen Schutz vor Witterung, verhindert dadurch aber auch natürliche Bedingungen wie sie bei Wind und Regen herrschen. Wärmestau und eine zu hohe Feuchtigkeit im Gewächshaus können zu Pilzkrankheiten führen. Daher ist eine ausreichende Belüftung notwendig.
Beugen Sie mit der richtigen Belüftung Schäden an Pflanzen oder dem Gewächshaus vor.


4. Erdbodencheck
Die Qualität des Bodens ist entscheidend für ein gesundes Wachstum der Pflanzen. Bevor der Boden des Gewächshauses bepflanzt wird, muss dieser von Wildwuchs befreit, aufgelockert und ausreichend gedüngt werden. Für den ökologischen Anbau eignen sich Kompost und Brennnesseljauche bestens. Gerade im Gewächshaus ist eine regelmäßige Düngung zwingend notwendig, da die Pflanzen aufgrund des schnelleren Wachstums mehr Nährstoffe benötigen. Dazu einfach regelmäßig neuen Kompost auftragen. Nach drei Jahren ist es sinnvoll, den Boden komplett auszutauschen.
Unser Tipp zur Herstellung von Brennnesseljauche
Geben Sie ca. 1 kg frische Brennnesseln in ein Plastik- oder Holzgefäß (z.B. Plastetonne) und legen dieses an einen sonnigen Ort. (Vorsicht, starke Geruchsbildung!) Nun 10 Liter Wasser (bspw. Regenwasser) auf die Brennnesseln gießen und das Gefäß verschlossen zwei Wochen stehen lassen. Dabei täglich einmal umrühren. Ist die Flüssigkeit dunkel und ohne Bläschenbildung, dann ist die Jauche bereit für den Einsatz. Verwenden Sie auf 10 Liter Wasser einen halben Liter Jauche.
Aussaat im Gewächshaus
Es gilt stets: Pflanzen mit der längsten Reifezeit sollten als erstes einen Platz im Gewächshaus finden. Schon im Januar kann mit der Aussaat begonnen werden. Allerdings empfiehlt es sich, bei unbeheizten Gewächshäusern erst ab März mit dem Bepflanzen zu beginnen. Wer schon früher loslegen möchte, kann auch Pflanzen auf der hellen heimischen Fensterbank mit Südausrichtung vorziehen. Wichtig ist, dass der Temperaturunterschied beim Aussetzen in das Gewächshaus nicht zu groß ist.Wer kann, sollte einen Heizlüfter verwenden, um eine angenehme Temperatur zu schaffen, bis die Sonne diese Aufgabe übernehmen kann. Zudem sollte morgens mit warmen Wasser gegossen werden.
Bei der Aussaat muss eine Mindesttemperatur herrschen. Diese wird auf den jeweiligen Saattüten angegeben. Hier finden sich auch weitere Angaben zu den Aussaatbedingungen wie Abstand und Saattiefe. Sprießt das erste Blatt am Pflänzchen, muss dieses pikiert werden. Das heißt, zu dicht stehende Pflänzchen müssen weiter auseinander gepflanzt werden.

Saattiefe:
Eine Faustregel besagt – so dick das Saatkorn ist, so hoch wird es mit Erde bedeckt. Lichtkeimer hingegen werden auf der Erde angedrückt.
Pikieren:
zu dicht stehende Pflänzchen werden weiter auseinander gepflanzt.

Auswahl der Pflanzen im Gewächshaus
An erster Stelle steht natürlich die persönliche Präferenz. Angebaut werden sollte, was schmeckt. Doch dabei sind die Größe des Gewächshauses und die Pflanzen selbst ein wichtiges Auswahlkriterium. Denn nicht jede Pflanze versteht sich mit der anderen. Zu unterschiedlich sind die Pflegebedürfnisse. Auch unter den Pflanzen gibt es Freundschaften und Feindschaften. Das liegt an den unterschiedlichen Bedingungen, die ein jedes Pflänzchen beim Wachsen und Gedeihen benötigt. Pflanzen, die es gerne trocken und schattig haben, können nicht neben Exemplaren stehen, die Feuchtigkeit und Sonne bevorzugen.
Ein beliebtes Beispiel hierfür sind Tomaten und Gurken. Tomaten wollen trockene Blätter, Gurken hingegen lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei der Zusammenstellung sollten diese Aspekte beachtet werden. Außerdem kann die richtige Mischkultur die Schädlingsbildung reduzieren. Überdies empfiehlt es sich beim Gemüseanbau auf die Fruchtfolge zu achten. Für eine optimale Bodenausnutzung sollten Stark- (z.B. Kürbis, Gurken, Kohlarten, Kartoffeln), Mittel- (z.B. Möhren, Salat) und Schwachzehrer (z.B. Radieschen, Bohnen, Zwiebeln) im Wechsel angebaut werden.
- Gemüse & Kräuter
- Exotische Obstsorten
- Blumen
Gemüse und Kräuter fühlen sich im Gewächshaus gut aufgehoben. Sie findet dort die besten Bedingungen, um früher zu gedeihen und länger geerntet werden zu können. Besonders beliebt sind Frühgemüse wie Spinat, Radieschen, Möhren und Tomaten. Aber auch Kürbis, Melonen und Zucchini sowie jegliche Salatsorten sind im Gewächshaus anzufinden. Basilikum, Petersilie, Majoran, Oregano und Dill sind nur einige der Kräuter, die Sie im Gewächshaus anpflanzen können.
Frühgemüse: Diese Gemüsesorten können bereits im März eingepflanzt werden, da sie den kalten Boden vertragen.
Gerade exotische Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Feigen, Maracujas und Avocados gedeihen in unseren Breitengraden am besten in einem Gewächshaus. Dazu müssen lediglich die klimatischen Bedingungen des jeweiligen Herkunftslandes geschaffen werden. Das bedeutet je nach Obstsorte eine Temperatur bis zu 18°C (z.B. Ananas und Mangos). Mit der richtigen Luftfeuchtigkeit und den perfekten Lichtbedingungen genießen Sie im Sommer Ihre eigenen exotischen Früchte. Das Gewächshaus ist aber auch geeignet für Erdbeeren, Wein und zur Überwinterung heimischer Obstsorten wie Apfelbäume, Kirschbäume und Birnbäume, die in Kübeln kultiviert werden.
Ein Gewächshaus voller Blumen sieht besonders schön aus. Blumen werden prinzipiell wie Gemüsepflanzen behandelt. Einjährige Gewächse können im beheizten Gewächshaus bereits im Januar, im Kaltgewächshaus ab März herangezogen werden. Hierfür eigenen sich besonders Begonien, Löwenmäulchen und Pantoffelblumen. Auch mehrjährige Pflanzen, also Stauden können im Gewächshaus angepflanzt werden. Am besten werden diese in beheizten Aussaatschalen ausgesät.
Das Jahr im unbeheizten Gewächshaus
Bei den Angaben handelt es sich um Richtlinien. Je nach Region kann sich der Aussaattermin verschieben.
Pflanzenpflege im Gewächshaus
Nachdem das Saatgut ausgesät wurde und die ersten Blätter sprießen, folgt die Pflanzenpflege. Zunächst sollte sich informiert werden, unter welchen Bedingungen die einzelnen Pflanzen am besten gedeihen. Vor allem bezüglich der Wärme und Feuchtigkeit hat jede Pflanze ihre eigenen Vorlieben.
Dementsprechend ist eine regelmäßige Feuchtigkeitskontrolle im Gewächshaus unumgänglich. Die optimale Luftfeuchtigkeit zu erreichen, ist allerdings nicht immer einfach. An dieser Stelle haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus halbwegs kontrollieren können:
- Zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit Wasserschalen aufstellen
- Um die Luftfeuchtigkeit zu verringern, Fenster und Lüftungsvorrichtungen offen lassen
- Eventuell automatische Entlüftungsvorrichtungen einbauen (diese schließen und öffnen sich von selbst für eine einfache Temperaturregelung im Gewächshaus)
- Im Sommer zum Schutz vor Versengungen Schattennetze aufstellen


Eine regelmäßige Bewässerung und Bodenpflege ist ebenfalls wichtig für die Pflanzen im Gewächshaus. Allgemein empfiehlt sich eine Bewässerung mit angewärmten Wasser, da manche Pflanzen kaltes Leitungswasser nicht so gut vertragen. Lassen Sie dafür am besten eine mit Wasser gefüllte Gießkanne im Gewächshaus stehen, um bei Bedarf das Wasser mit der richtigen Temperatur griffbereit zu haben. Für eine gute Pflanzenpflege sind überdies ein konstantes Düngen mit Kompost oder speziellen Düngemitteln sowie das Unkrautjäten und die regelmäßige Kontrolle auf etwaige Krankheiten oder Schädlingsbefälle zwingend erforderlich. Vor allem letzteres ist in Gewächshäusern nicht selten, kann jedoch bei rechtzeitiger Entdeckung umso schneller und erfolgreicher abgewehrt werden.
Sie möchten gerne Bio-Gemüse züchten? Dann ist unser Beitrag: Bio-Gemüse anbauen im eigenen Gewächshaus für Sie interessant.















