Selfkant-Wolters Gewächshäuser

Pflanzen in Orangerien: exotisch oder traditionell?

Orangerien sind mondäne und herrschaftliche Gebäude, die früher eigens zur Überwinterung von frostempfindlichen Kübel- und Topfpflanzen erbaut wurden. Zitronenbäumchen, Orangenbäumchen oder Olivenstämmchen stammen aus dem mediterranen Umfeld und lieben die Sonne und Wärme. In einer prunkvollen Orangerie finden diese Pflanzen einen Platz, der in allen Jahreszeiten die Temperaturen liefert, die sie für ein ertragreiches Wachstum benötigen.

Aber auch für unsere Breitengrade normales Obst und Gemüse wie Tomaten, Gurken, Erdbeeren oder Salate gedeihen in einer Orangerie und unter idealen Bedingungen. Wärme, Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen so für eine ertragreiche Ernte. Mit knackigem Gemüse und zuckersüßem Obst haben Sie jederzeit Erfrischungen parat und zum Abendessen können Sie die köstlichsten Salate zubereiten.

Viele Menschen träumen davon, sich das ganze Jahr selbst zu versorgen und vor allem zu wissen, wie das leckere Gemüse und Obst angebaut und gepflegt wird. Eine Orangerie ist ein großes Glashaus, was neben dem zu bietenden Erholungsfaktor auch als Nutzgarten funktioniert. Die Ernte schmeckt wesentlich besser, Nährstoffe und Vitamine bleiben erhalten. Eine Orangerie weist die besten Bedingungen auf, da sie aus Glas besteht und so ein besserer Wärmelieferant ist.

Beim Anlegen der Beete spielen unterschiedliche Bedingungen und Bedürfnisse der Pflanzenwelt eine Rolle. Wie in jedem Garten- oder Gewächshausbeet müssen Sie eine Unterteilung in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer vornehmen. Das bedeutet, dass Pflanzen unterschiedliche Ansprüche an Mineralstoffe im Boden und den Wasserhaushalt haben. Wachsen mehrere Starkzehrer nebeneinander, wirkt sich das negativ auf den Ertrag aus.

Schwachzehrer sind:

  • Kräuter
  • Erbsen
  • Bohnen
  • Feldsalat
  • Radieschen
  • Rucola

Mittelzehrer sind:

  • Karotten
  • Erdbeeren
  • Kohlrabi
  • Lauch
  • Spinat
  • Salate
  • Zwiebeln
  • Mangold
  • Fenchel

Starkzehrer sind:

  • Broccoli
  • Gurken
  • Tomaten
  • Kürbis
  • Mais
  • Melone
  • Rhabarber
  • Zucchini
  • Kürbis

Bewirtschaften Sie Ihre Beete über mehrere Jahre, müssen Sie die Pflanzbereiche im folgenden Jahr tauschen und einen Bereich mit einer Gründüngung versehen, um Mineralien und Nährstoffe wieder aufzufrischen. Teilen Sie Ihre Beetfläche also in vier Bereiche auf und bepflanzen Sie sie nach den erforderlichen Bedürfnissen.

Erschwerend kommt nun hinzu, dass sich bestimmte Gemüsesorten nicht miteinander vertragen, einige Kombination jedoch erfolgreich voneinander profitieren. In einer Mischkultur sollten Sie beispielsweise Bohnen und Erbsen als Schwachzehrer nicht nebeneinander pflanzen. Bohnen kommen allerdings gut mit Kräutern wie Dill, Kresse oder Bohnenkraut aus. Starkzehrende Tomaten und ebenfalls anspruchsvolle Gurken dürfen ebenfalls nicht miteinander gepflanzt werden. Die roten Früchte vertragen sich allerdings sehr gut mit dem starkzehrenden Basilikum.

Möchten Sie in Ihrer Orangerie heimische Gemüsesorten kultivieren, ist es ratsam, sich im Vorfeld einen Anbauplan auszuarbeiten und die günstigen und ungünstigen Nachbarn zu beachten. Mit dem Bau von mehren Hochbeeten können Sie der Mischkultur ein wenig entgehen. Kleine Hochbeete für unterschiedliche Pflanzkombinationen sehen in einer großen Orangerie außerdem sehr gut aus.

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Die hervorragenden Wachstumsbedingungen begünstigen auch die Pflanzenpracht von exotischen Gewächsen. Mangos, Kiwi, Bananen oder Zitrusbäumchen benötigen ein frostfreies Klima. Während einige Sorten bereits bei 2 °C gedeihen, sind andere nur bei mindestens 18 °C glücklich. Ein weiterer Faktor für exotische Pflanzen in einer Orangerie ist das hohe Wachstum.

Pflanzen für kühlere Temperaturen (2 °C – 12 °C) sind:

  • Zitronen
  • Orangen
  • Kiwi
  • Limetten
  • Feigen
  • Granatapfel

Diese Pflanzen können in Orangerien in unseren Breitengraden gehalten werden, allerdings ist dabei Geduld angebracht. Es kann einige Jahre bis zur Ernte dauern.

Pflanzen für gemäßigte Temperaturen (12 °C – 18 °C) sind:

  • Papaya
  • Maracuja

Die wärmeren Bedingungen sind perfekt für Pflanzen in Orangerien, die eine angewärmte Wurzel bevorzugen. Maracujas und Papayas sind beides Pflanzen, die kriechen und ranken. Ihre Triebe können einige Meter lang werden. Orangerien verfügen meist über ein Hochmodul, daran können sich die exotischen Gewächse entlang schlängeln.

Pflanzen für warme Temperaturen (mehr als 18 °C) sind:

  • Guave
  • Ananas
  • Banane
  • Kokosnuss
  • Kakao
  • Mango

Die exotischen Schönheiten benötigen viel Wärme, nicht nur an der Wurzel. Ebenfalls bevorzugen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Um in voller Blüte und mit großem Blattreichtum zu wachsen, benötigen sie viel Platz zum Ausbreiten. Orangerien mit einem Hochmodul sind dafür bestens geeignet.

Ausgefallenes Gemüse in Orangerien

Eine große Anzahl an Vegetabilien landet jeden Tag bei uns auf dem Teller, ohne dass sie für uns etwas Exotisches an sich haben. Fenchel, Erdbeeren oder Rhabarber sind ursprünglich nicht aus Mitteleuropa, mittlerweile jedoch für unser Klima kultiviert. Ähnlich wie unsere heimischen Gemüsesorten lassen sich auch fremde Gattungen in einer Orangerie anbauen.

Die beste Möglichkeit ist es, Süßkartoffeln, Mini-Maiskolben oder Avocados in Kübeln und Töpfen zu halten, die im Hochsommer auch gern ins Freie gestellt werden dürfen.

Spargel im eigenen Garten? Was im ersten Moment seltsam klingt, können Sie in einer Orangerie erfolgreich ausprobieren. Mit Samen ziehen Sie sich eigene Pflänzchen vor, die Sie im Frühjahr in die Erde bringen. Bei einer Höhe von 10 Zentimetern werden sie pikiert. Im Mai können die Pflanzen in die Erde gesetzt werden. Voraussetzung ist dabei ein durchwurzelbarer Mutterboden. Nun heißt es, Geduld beweisen. Ist die Orangerie groß genug, legen Sie sich einige Beetreihen. Die warmen Temperaturen und die Sonne, die durch die Glasscheiben gebrochen wird, arbeiten nun unermüdlich, bis zur ersten Ernte kann es allerdings etwa drei Jahre dauern.

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Exotische Blumen in Orangerien

Fremdländisches Obst und Gemüse erfordert viel Erfahrung und Arbeit, um in heimischen Orangerien angebaut zu werden. Etwas einfacher ist die Kultivierung von mediterranen und tropischen Blumen. Der Treibhauseffekt in Orangerien ist besonders förderlich für die gewünschte Wärme und begünstigt damit das Wachstum.

Schaffen Sie sich ein Idyll und arrangieren Sie mit Kübel- und Topfpflanzen Ihren persönlichen Regenwald:

  • Jasmin
  • Oleander
  • Bromelien
  • Strelitzien
  • Engelstrompeten
  • Calla
  • Passionsblumen
  • Agaven
  • Aloe

Wenn in den Wintermonaten die kühlen Temperaturen auch das Glashaus auskühlen, können Sie mit einer Heizung nachhelfen, die die fehlende Wärme kompensiert. Gleichzeitig muss ein Luftaustausch erfolgen, der die verbrauchte Luft nach außen leitet und Frischluft zurückgibt.

In den Sommermonaten kann es in einer Orangerie richtig heiß werden. Die tropische Luftfeuchtigkeit ist daher auch verantwortlich für Schädlings- und Schimmelbefall. Die bei Orangerien vorhandenen Schiebe- oder Kippfenster sowie die Türen müssen regelmäßig geöffnet werden, damit kein Stau entsteht. Dabei können auch Ventilatoren weiterhelfen.

Gießen Sie Ihre exotischen Pflanzen in einer Orangerie niemals mit Grundwasser aus Fässern oder der Pumpe. Es ist viel zu kalt und die Wurzeln können dabei erheblichen Schaden nehmen. Eine Lösung wäre, Leitungswasser zu nutzen, die allerdings über Jahre richtig teuer werden kann. Alternativ stellen Sie das Gießwasser in der Orangerie bereit, damit es sich vorher aufwärmen kann.

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